Heute abend beginnt das acht Tage dauernde jüdische Weihefest Chanukka (חנוכה). Die folgende Erklärung zum Ursprung dieses Festes findet man bei Wikipedia:
Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.) nach dem erfolgreichen Makkabäeraufstand der Juden Palästinas gegen hellenisierte Juden und makedonische Syrer, wie er im Ersten Buch der Makkabäer und auch im Talmud überliefert ist. Die Makkabäer beendeten die Herrschaft des Seleukidenreiches über Judäa, beseitigten den im jüdischen Tempel errichteten heidnischen Altar und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein.
Laut der Überlieferung fand sich Öl für nur einen Tag; durch ein Wunder hat das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Arme des Chanukka-Leuchters. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, bis am Ende alle acht Kerzen leuchten. (…)
Nach der Entweihung des Zweiten Tempels wurde das Chanukkawunder zur Wiedereinweihung gefeiert – im Johannes-Evangelium wird über die Anwesenheit Jeschuas (Jesus) bei den Chanukka-Feierlichkeiten im Jahr vor seiner Kreuzigung (Joh. 10,22) berichtet – bis im Jahre 3830 jüdischer Zeitrechnung (70 n. Chr.) der Tempel durch die Römer endgültig zerstört wurde. Die Juden verstreuten sich daraufhin über das gesamte Reich und feierten nun in ihren bescheidenen Wohnstätten das Chanukkafest.
Auch die Chanukka-Bräuche werden bei Wikipedia erläutert:
Chanukka ist primär ein häusliches Fest. An den Abenden versammeln sich die Familien mit Freunden zu ausgelassenen Festen, Gemeindefeiern sind üblich, die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten. Gegessen werden vor allem in Öl gebackene Speisen wie Krapfen (Sufganiyyot) oder Kartoffelpuffer (Latkes) mit Apfelmus und saurer Sahne und weitere Spezialitäten der Jüdischen Küche. Gemeinsam werden spezielle Chanukkalieder gesungen. Ursprünglich zündete man die Lichter nur in den Häusern an, später auch in den Synagogen.
In den USA heißt das Fest meist Hanukkah; der Name Chanukkah ist hier ebenfalls üblich, aber weniger verbreitet. In amerikanischen Familien besitzt meist jedes Mitglied eine eigene Hanukkah menorah bzw. Hannukkiyyah, die an den acht Abenden des Festes nach und nach erleuchtet und oft in ein Fenster an der Frontseite des Hauses gestellt wird. Leuchter und Kerzen sind in den USA in verschiedensten Formen und Farben verbreitet. Damit auch die kleinsten Familienmitglieder mitfeiern und das Lichtwunder erleben können, wird die Hannukkiyyah meist unmittelbar nach Einbruch der Dunkelheit angezündet. Dabei werden Gebete gesprochen, Lieder gesungen und die Chanukka-Geschichte erzählt. Im Kerzenlicht vertreiben die größeren Kinder sich dann die Zeit mit religiös inspirierten Buchstabenrätseln. Beliebt ist auch das Glücksspiel mit dem Dreidel, einem Kreisel, auf dessen Seiten vier hebräische Schriftzeichen (Nun Gimel He Schin) stehen. Die Schriftzeichen stehen im ursprünglichen Kontext des Glücksspiels für jiddische Worte, deutsch: “Nichts”, “Ganz”, “Halb” und “Stellen”. Nachträglich wurden die Buchstaben auf die Initialen des hebräischen Satzes “Ein großes Wunder geschah dort” (hebr.: Nes Gadol Haja Scham) – bezogen. In Israel steht auf den Dreideln heute der Satz: Nes Gadol Haja Po “Ein großes Wunder geschah hier”.
Ein weiteres Spiel, das früher zum festen Bestandteil der Chanukka-Abende zählte, ist Glocke und Hammer.
Während den Kindern zu Chanukka ursprünglich nur Münzen (Geld) geschenkt wurden, ist es heute üblich, an einem der acht Abende, zu dem auch Angehörige und Freunde eingeladen werden, Geschenke auszutauschen. Ein Dekorieren der Wohnungen ist – abgesehen von Selbstgebasteltem – in den USA nicht üblich. Man wünscht sich “Happy Hanukkah” und verschickt Chanukka-Karten.
Umfangreiche Informationen zu Chanukka findet man bei HaGalil.com und bei Talmud.de.
Eine auch für Kinder verständliche Erklärung des Chanukka-Festes findet man bei blinde-kuh.de und auf den Kinderseiten von HaGalil.com.
Lieder und Segenssprüche zu Chanukka findet man auf der Webseite der Jüdischen Gemeinde Regensburg.
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