Pessach / Passa

Heute abend beginnt das jüdische Pessachfest, das eine Woche (im jüdischen Kalender vom 15. bis 22. Nissan) dauert. Begründet ist dieses Fest in der Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten (Exodus / 2. Mose 12). Den Rest des Beitrags lesen »

Ökumenischer Jahreskalender

Auf der Webseite des Zentrum Ökumene der EKHN findet man einen Ökumenischen Jahreskalender. Dieser Kalender enthält Daten von Festen und anderen besonderen Tagen in den christlichen Traditionen, in der ökumenischen Bewegung, in Judentum und Islam sowie säkulare Gedenk- und Aktionstage. Wenn man einen der Fest- und Gedenktage des Kalenders anklickt, findet man eine Erläuterung der Bedeutung des Tages sowie Anregungen, wie Gemeinden, Einrichtungen, Gruppen und Einzelne ihn gestalten, bzw. wie sie an den Festen oder Gedenktagen anderer Traditionen Anteil nehmen können.

Holocaust-Gedenktag (Jom Hashoa)

Morgen ist der Holocaust-Gedenktag (Jom Hashoa). Im Ökumenischen Jahreskalender kann man dazu folgende Erklärung lesen (die Links habe ich hinzugefügt):

Am Jom Haschoa wird in Israel der Opfer der Schoa, der Widerstandskämpfer in den jüdischen Ghettos und nichtjüdischer Menschen gedacht, die durch Einsatz ihres Lebens Juden gerettet haben. Dieser Gedenktag findet seit 1951 am 27. Nissan (7. Monat des jüdischen Jahres) statt. 1959 wurde er zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Daneben gibt es orthodoxe jüdische Gruppen, die der Holocaustopfer am 10. Tewet (4. Monat des jüdischen Jahres) durch Aufsagen des Kaddisch oder am 9. Aw (11. Monat des jüdischen Jahres) durch das Rezitieren von Trauer-Elegien gedenken.

Am Jom Haschoa erinnern um 10.00 Uhr Sirenen die Menschen in Israel an die Schoa. Für zwei Minuten ruht dann der Verkehr, die Menschen hören auf zu arbeiten und schweigen. Am Mittag erfolgt eine offizielle Kranzniederlegung durch Regierungsvertreter an der Gedenkstätte Yad Vashem. Anschließend wird eine Namensliste der Opfer vorgelesen. Am Nachmittag findet eine Zeremonie für verschiedene Jugendorganisationen statt.

In Deutschland gibt es seit 1996 am 27. Januar einen nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Hier sind weitere Links zum Thema Holocaust/Shoa:

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Freude ist Gottesdienst

In der Sendereihe “Lebenszeichen” gab es auf WDR 5 gestern abend einen Beitrag von Günter Frorath zum Thema “Freude ist Gottesdienst. Über die chassidische Mystik des Ostjudentums“. Wer die Sendung verpasst hat, kann sie als MP3-Datei oder auch das Manuskript der Sendung als PDF-Datei von der Webseite des Senders herunterladen .

Übrigens: Es lohnt sich, im WDR5-Archiv zu stöbern, man findet dort viele weitere Sendungen aus der Sendereihe "Lebenszeichen“.


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Purim — der jüdische Karneval

Morgen abend beginnt das jüdische Purimfest. Im Ökumenischen Jahreskalender kann man dazu folgende Erklärung lesen (die Links habe ich hinzugefügt):

Das Purimfest (im jüdischen Kalender 14. Adar) erinnert an die Rettung der Juden in Persien, die zur Zeit des Königs Achaschwerosch (Xerxes I, 486 – 465 v. Chr.) von einem Vernichtungsbeschluss bedroht waren. Es ist ein fröhliches Fest, das deutlich Züge eines jüdischen Karnevals entwickelt hat.

Die Geschichte der Rettung wird im biblischen Buch „Esther” erzählt. Im Zentrum des Geschehens stehen Esther und ihr älterer Cousin und Pflegevater Mordechai. Die schöne junge jüdische Frau Esther wird vom persischen König Achaschwerosch zur Aufnahme in seinen Harem bestimmt, wird Geliebte des Herrschers und neue Königin. In dieser Position wagt sie, gedrängt von Mordechai, in einer für die persischen Juden höchst gefährlichen Situation das bei Todesstrafe verbotene unangemeldete Vorsprechen beim König. Sie findet die Gunst des Herrschers und kann ihn über ein geplantes Komplott Hamans, der einflussreichsten Person am königlichen Hof, unterrichten, nachdem dieser die Vernichtung des jüdischen Volkes in Persien beabsichtigte. Esthers Wagemut rettet das jüdische Volk und führt zur Hinrichtung Hamans.

Der Name „Purim” geht auf das persische Wort „pur” zurück. Es bedeutet „Los” und erinnert daran, dass der Widersacher Haman mittels eines Loses den Tag für die Vernichtung der persischen Juden festsetzte.

Im Zentrum des Festes steht die Verlesung der Esther-Rolle (das biblische Buch Esther). Traditionell wird dabei — insbesondere von den Kindern gern aufgenommen — bei der Lesung des Namens „Haman” mit Rasseln und anderem Gerät Lärm geschlagen. Zum Brauchtum gehören das Verteilen von Geschenken und Spenden; die Sitte des Verkleidens scheint unter dem Einfluss des christlichen Karnevals entstanden zu sein. Als traditionelles Gebäck des Festes werden die so genannten “Haman-Ohren” (hebr.: „Osnei Haman”) gereicht. Dennoch soll nicht der geschlagene Feind sondern die Feier der Befreiung von drohender Vernichtung im Mittelpunkt stehen. Das wird durchaus auch mit einer Empfehlung der jüdischen Tradition umgesetzt, man solle so viel Wein trinken, bis man nicht mehr unterscheiden kann zwischen den Sprüchen „Verflucht ist Haman” und „Gesegnet ist Mordechai”.

Mehr zum Thema Purim im Internet:

Jüdische Zeitreise mit Dany Bober kam sehr gut an

Einen überaus vergnüglichen Abend erlebten die ca. 100 Gäste, die am Sonntagabend zu einer “Jüdischen Zeitreise” mit Dany Bober ins Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde in Ewersbach gekommen waren.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dillenburg und das Referat für Mission und Ökumene des evangelischen Dekanats Dillenburg hatten gemeinsam zu diesem Abend eingeladen und alle, die der Einladung gefolgt waren, erlebten einen äußerst vielseitigen und vielsprachigen Künstler.

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Dany Bobers Repertoire reichte von teilweise eigenen Vertonungen der hebräischen Psalmen über spanische Liebeslieder und jiddische Volksweisen Osteuropas hin zu Gedichten und Anekdoten in perfekt vorgetragener Frankfurter Mundart.

Zwischen den Liedern erzählte Bober mit unwiderstehlichem Charme die jüdische Geschichte, die den Rahmen zu seinen Liedern bildete, dazu witzig-geistreiche Anekdoten, Prosa und Mundart-Gedichte aus dem jüdischen Frankfurt am Main und Berlin des 19ten Jahrhunderts, aber auch viel nachdenklich machendes.

Dem Künstler gelang es bestens, auch die Zuhörer in seine jüdische Zeitreise einzubeziehen. So durften sie, als Bober die Geschichte der Entstehung des Purimfestes aus dem biblischen Buch Ester vortrug, immer dann, wenn der Name des Judenfeindes Haman fiel, lautstark Krach machen. Aber auch einige der Lieder waren bekannt und viele sangen mit. Erst nach zwei Zugaben ließ das dankbare Publikum Bober von der Bühne.

Dany Bober wurde 1948 im gerade neu geschaffenen Staat Israel geboren. 1956 remigrierten seine Eltern mit ihm in die Geburtsstadt seines Vaters, Frankfurt am Main. Seit 1976 lebt er mit seiner Familie in Wiesbaden. Seit über 30 Jahren tritt er mit seinen Liedern und Gesprächsbeiträgen auf, unter anderem auch beim Katholikentag und beim Evangelischen Kirchentag.

Liederabend mit Dany Bober

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dillenburg und das Referat für Mission und Ökumene, Ev. Dekanat Dillenburg laden ein zu einem Liederabend mit Dany Bober am Sonntag, 11. Februar, 19 Uhr im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Ewersbach in der Oranienstraße.

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Der jüdische Künstler Dany Bober will vom Judentum “singen und sagen”. Von teilweise eigenen Vertonungen der Psalmen führt sein Programm über das babylonische Exil und das mittelalterliche Spanien zu den jiddischen Volksweisen Osteuropas. Zwischen den Liedern erzählt Dany Bober die Geschichte, die den Rahmen zu seinen Liedern bildet. Anekdoten, Prosa und Gedichte aus dem jüdischen Frankfurt am Main und Berlin des 19ten Jahrhunderts runden das Ganze liebevoll-ironisch ab.

Der Eintritt ist frei!

Weblogs geben Einblick in den jüdischen Alltag

Auf meinem Weblog habe ich in diesem Jahr einige Beiträge zu Festen und Gedenktagen geschrieben, unter anderem auch zu den jüdischen Festen Chanukka, Simchat Torah, Sukkoth, Jom Kippur, Rosch Haschana, Tischa b’Av und Schawuot. Ich habe dabei auf Informationen zurückgegriffen, die ich im Internet gefunden habe, unter anderem bei Wikipedia, im Oekumene-Kalender des Zentrums Oekumene der EKHN, aber auch bei Hagalil.com und Talmud.de.

Anna, eine jüdische Bloggerin, hat mit Recht darauf hingewiesen, dass Artikel in Wikipedia nicht immer verlässliche Quellen sind. Ich möchte den Lesern meines Weblogs empfehlen, ihr Weblog zu lesen, das einen authentischen Einblick in den jüdischen Alltag bietet.

Auf ihrer Linkliste findet man noch weitere Blogs, die ich ebenfalls zur Lektüre weiterempfehle:

Chanukka — das Fest der Tempelweihe

Heute abend beginnt das acht Tage dauernde jüdische Weihefest Chanukka (חנוכה). Die folgende Erklärung zum Ursprung dieses Festes findet man bei Wikipedia:

Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.) nach dem erfolgreichen Makkabäeraufstand der Juden Palästinas gegen hellenisierte Juden und makedonische Syrer, wie er im Ersten Buch der Makkabäer und auch im Talmud überliefert ist. Die Makkabäer beendeten die Herrschaft des Seleukidenreiches über Judäa, beseitigten den im jüdischen Tempel errichteten heidnischen Altar und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein.

Laut der Überlieferung fand sich Öl für nur einen Tag; durch ein Wunder hat das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Arme des Chanukka-Leuchters. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, bis am Ende alle acht Kerzen leuchten. (…)

Nach der Entweihung des Zweiten Tempels wurde das Chanukkawunder zur Wiedereinweihung gefeiert – im Johannes-Evangelium wird über die Anwesenheit Jeschuas (Jesus) bei den Chanukka-Feierlichkeiten im Jahr vor seiner Kreuzigung (Joh. 10,22) berichtet – bis im Jahre 3830 jüdischer Zeitrechnung (70 n. Chr.) der Tempel durch die Römer endgültig zerstört wurde. Die Juden verstreuten sich daraufhin über das gesamte Reich und feierten nun in ihren bescheidenen Wohnstätten das Chanukkafest.

Auch die Chanukka-Bräuche werden bei Wikipedia erläutert:

Chanukka ist primär ein häusliches Fest. An den Abenden versammeln sich die Familien mit Freunden zu ausgelassenen Festen, Gemeindefeiern sind üblich, die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten. Gegessen werden vor allem in Öl gebackene Speisen wie Krapfen (Sufganiyyot) oder Kartoffelpuffer (Latkes) mit Apfelmus und saurer Sahne und weitere Spezialitäten der Jüdischen Küche. Gemeinsam werden spezielle Chanukkalieder gesungen. Ursprünglich zündete man die Lichter nur in den Häusern an, später auch in den Synagogen.

In den USA heißt das Fest meist Hanukkah; der Name Chanukkah ist hier ebenfalls üblich, aber weniger verbreitet. In amerikanischen Familien besitzt meist jedes Mitglied eine eigene Hanukkah menorah bzw. Hannukkiyyah, die an den acht Abenden des Festes nach und nach erleuchtet und oft in ein Fenster an der Frontseite des Hauses gestellt wird. Leuchter und Kerzen sind in den USA in verschiedensten Formen und Farben verbreitet. Damit auch die kleinsten Familienmitglieder mitfeiern und das Lichtwunder erleben können, wird die Hannukkiyyah meist unmittelbar nach Einbruch der Dunkelheit angezündet. Dabei werden Gebete gesprochen, Lieder gesungen und die Chanukka-Geschichte erzählt. Im Kerzenlicht vertreiben die größeren Kinder sich dann die Zeit mit religiös inspirierten Buchstabenrätseln. Beliebt ist auch das Glücksspiel mit dem Dreidel, einem Kreisel, auf dessen Seiten vier hebräische Schriftzeichen (Nun Gimel He Schin) stehen. Die Schriftzeichen stehen im ursprünglichen Kontext des Glücksspiels für jiddische Worte, deutsch: “Nichts”, “Ganz”, “Halb” und “Stellen”. Nachträglich wurden die Buchstaben auf die Initialen des hebräischen Satzes “Ein großes Wunder geschah dort” (hebr.: Nes Gadol Haja Scham) – bezogen. In Israel steht auf den Dreideln heute der Satz: Nes Gadol Haja Po “Ein großes Wunder geschah hier”.

Ein weiteres Spiel, das früher zum festen Bestandteil der Chanukka-Abende zählte, ist Glocke und Hammer.

Während den Kindern zu Chanukka ursprünglich nur Münzen (Geld) geschenkt wurden, ist es heute üblich, an einem der acht Abende, zu dem auch Angehörige und Freunde eingeladen werden, Geschenke auszutauschen. Ein Dekorieren der Wohnungen ist – abgesehen von Selbstgebasteltem – in den USA nicht üblich. Man wünscht sich “Happy Hanukkah” und verschickt Chanukka-Karten.

Umfangreiche Informationen zu Chanukka findet man bei HaGalil.com und bei Talmud.de.

Eine auch für Kinder verständliche Erklärung des Chanukka-Festes findet man bei blinde-kuh.de und auf den Kinderseiten von HaGalil.com.

Lieder und Segenssprüche zu Chanukka findet man auf der Webseite der Jüdischen Gemeinde Regensburg.

 


Mehr zum Thema Judentum und Feste + Gedenktage

Ökumenischer Jahreskalender 2006/2007

Der Ökumenische Jahreskalender 2006/2007 des Zentrums Ökumene der EKHN präsentiert Festtage in Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus sowie säkulare Gedenk- und Aktionstage aus dem Handlungsfeld der Ökumene. Der Kalender erscheint sowohl in gedruckter Version als auch digital auf der Homepage des Zentrums Ökumene. Auf der Internetseite sind zahlreiche Daten mit weiteren Informationen hinterlegt. Erklärungen zu Entstehung und Bedeutung der Tage, aber auch Anregungen wie man sie in Gemeinden und Einrichtungen begehen kann. Der Kalender beginnt mit dem 1. Advent 2006 und endet mit dem Ewigkeitssonntag 2007.

Der gedruckte Kalender, übersichtlich farblich aufbereitet im A3-Format, ist kostenlos erhältlich über: irene.shehata@zoe-ekhn.de, Tel. 069-976518-41.

(Quelle: EKHN-Newsletter Nr. 332, 7. Dezember 2006)