Jom Kippur — der höchste jüdische Feiertag

Heute ist der Versöhnungstag (Jom Kippur,יום כפור), der höchste jüdische Feiertag. Dazu kann man im Ökumenischen Jahreskalender folgendes lesen (die Links wurden von mir hinzugefügt) :

Der Versöhnungstag (im jüdischen Kalender 10. Tischri) bildet den Höhepunkt der Zehn Bußtage, die mit dem Jüdischen Neujahrstag beginnen. Er ist der höchste jüdische Feiertag. Ein Tag des Fastens und Betens um Vergebung der Sünden gegenüber Gott und den Mitmenschen. Am Versöhnungstag soll das durch die Sünde gestörte Gleichgewicht zwischen Gott, Mensch und Welt wiederhergestellt werden.

Die wichtigsten religiösen Verpflichtungen des Jom Kippur – lange Bittgottesdienste und ein 25 stündiges Fasten – werden selbst von vielen säkularen JüdInnen befolgt. Das öffentliche Leben in Israel kommt für 25 Stunden zu einem absoluten Stillstand. Alle Unterhaltungs- und Vergnügungsstätten sind geschlossen, Fernseh- und Radiosendungen werden eingestellt – sogar Nachrichten werden nicht gesendet, der öffentliche Verkehr ruht, die Flughäfen werden geschlossen und viele Straßenzüge gesperrt. 1973 nutzten Ägypten und Syrien diesen Tag zum Überraschungsangriff auf Israel ( der sog. „Jom Kippur Krieg“).

Trotz seines Ernstes und seiner Würde ist der Jom Kippur viel mehr ein Festtag als ein Trauertag. Das Fasten dient hauptsächlich der Konzentration auf Gott. Dies drückt sich auch in den weißen Gewändern aus, die zu Jom Kippur getragen werden, ganz nach Jes 1,18: „Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden.“

Deutlich wird am Jom Kippur zwischen Sünden gegenüber Gott einerseits und Sünden gegenüber den Mitmenschen andererseits unterschieden: Vergehen gegenüber Gott werden an diesem Tag gesühnt. Vergehen gegenüber den Mitmenschen werden von Gott jedoch erst vergeben, wenn der Schaden wieder gut gemacht wird und Vergebung von dem betroffenen Mitmenschen erlangt wurde (vgl. auch Jesu Worte in der Bergpredigt: Mt 5,23-24). Deshalb sollen die Gläubigen vor Jom Kippur mit den Menschen ins Reine kommen, mit denen sie im Laufe des Jahres Unstimmigkeiten oder Streit hatten. Dies führt auch manchmal zu öffentlichen Schuldbekenntnissen in Radio und Fernsehen.

Das wichtigste Gebet des Versöhnungstages ist das Kol Nidre („Alle Gelübde“), das am Vorabend in der Synagoge gesprochen wird. Es entstammt wahrscheinlich der Marranenzeit in Spanien, in der Juden unter Todesandrohung gezwungen wurden, zum Christentum überzutreten und ihrem jüdischen Glauben abzuschwören. Solcherart Gelübde, die unter Todesgefahr abgelegt wurden, sollten zu Jom Kippur wieder aufgehoben werden.

Den Abschluss des Versöhnungstages bildet das Neilagebet („Schlussgebet“), das seinen Namen daher erhalten hat, dass es zu der Stunde gesprochen wurde, als zur Zeit des Tempels die Tore geschlossen wurden und der Gottesdienst beendet war. Nach jüdischer Überlieferung schließen sich zu dieser Stunde auch die Tore des Himmels. Man klopft also mit letzter Kraft an die Tore der Barmherzigkeit, damit sie nicht verschlossen werden.

Dann wird noch einmal das Schofar geblasen und die Gemeinde antwortet mit dem Ruf: „Nächstes Jahr im wiedererbauten Jerusalem!“ Das Schofar soll an das Schofar erinnern, das zum Jobeljahr (50. Jahr) geblasen wird, wenn alle Sklaven freigelassen und alle Schulden erlassen werden. Nach einer anderen Tradition verlässt Gott beim Hören des Schofar den Thron der Gerechtigkeit, auf dem er als Richter sitzt, und setzt sich auf den Thron der Barmherzigkeit, von dem aus er seine Gnade walten lässt.

Direkt nach dem Einnehmen der ersten Mahlzeit nach dem Fasten wird mit dem Bau der Laubhütte für das bevorstehende Laubhüttenfest begonnen.

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